Europa hat gewählt

•8. Juni 2009 • Schreibe einen Kommentar

Hallo Welt!

Vom 4. bis zum 7. Juni fanden europaweit die Wahlen zum Europaparlament statt, gestern schließlich auch in Deutschland. Auch ich habe freilich meine Stimme abgegeben, vorher sogar selbst Straßenwahlkampf gemacht.

Betrachtet man das Ergebnis in Deutschland, kann man, denke ich, sehr zufrieden sein. Die Wahlbeteiligung liegt zwar noch immer auf einem erschreckend niedrigen Niveau von aktuell 42,5%, der von vielen Seiten prognostizierte Einbruch im Vergleich zur letzten Europawahl ist jedoch glücklicherweise ausgeblieben. Und auch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Klarer Wahlsieger ist die FDP mit 11%, das beste Ergebnis der Partei bei Europawahlen überhaupt. Hier hat sich offensichtlich der ehrliche Wahlkampf gelohnt – während andere Parteien Schmutzkampagnen amerikanischer Natur pflegten und keine eigenen Inhalte präsentierten oder sich gleich auf den Plakaten hinter Kanzlerin und Ministern versteckt hatten, anstatt ihre tatsächlichen Europakandidaten zu zeigen, hat die FDP hier von Anfang an eine gute Figur gemacht. Nicht verschweigen kann man freilich, dass sie auch insbesondere von den starken Verlusten der Union profitieren konnte. Dass man für den politisch gemäßigten Wähler die bessere Unionsalternative als die SPD ist, war offensichtlich. Diese hat ihr katastrophales Ergebnis von der letzten Europawahl noch unterboten und ich persönlich frage mich, wie lange sich diese Partei ernsthaft noch als „Volkspartei“ verkaufen will. Alles auf die Wahlbeteiligung zu schieben kann hier kein Ausweg sein, wenn die SPD sich nicht dringend innerlich erneuert, sehe ich sie auch in Zukunft bei mickrigen 20% (20,8 jetzt bei der Europawahl). Die Grünen haben sich ihre 12,1 % redlich verdient, im Vergleich zu anderen Parteien haben sie einen engagierten und kreativen Wahlkampf geführt, ohne wie die SPD in die Stillosigkeit abzudriften. Das muss man den Grünen in jedem Fall lassen. Der leichte Zugewinn der Linken ist zwar bedauerlich, ich freue mich aber dennoch, dass gerade jetzt in der Krise und bei niedriger Wahlbeteiligung nicht mehr Menschen auf den sozialistischen Populismus-Teufel hereingefallen sind.

Europaweit zeigen sich unterschiedliche Tendenzen, die ich teils positiv, teils aber auch negativ bewerte. Der vorausgesagte „Rechtsruck“ ist einigermaßen ausgeblieben, die Konservativen haben zwar insgesamgt großen Zulauf und werden weiterhin die stärkste Fraktion im Europaparlament stellen, Rechtsradikale hingegen konnten nur in wenigen Staaten punkten. Dennoch steigt die Zahl an zunehmend EU-kritischen Abgeordneten, ich hoffe, dass dadurch der angestrebte und längst überfällige Vertiefungsprozess der EU nicht gebremst wird. Die Umfragen in Irland sprechen für einen möglichen Erfolg des Lissabon-Vertrags auf den wir alle nur hoffen können. Wird er endlich ratifiziert, bewegt sich die EU einen wichtigen Schritt weit in Richtung eines handlungsfähigen, staatsähnlichen Gebildes.

Mit Freude habe ich auch beobachtet, wie die Sozialisten europaweit weitestgehend für ihre schlechte Politik abgestraft wurden, zumindest dort, wo sie bislang an der Regierung beteiligt sind. Dies zeigt deutlich, dass die Europäer sich nicht linken lassen und vielerorts den sozialistischen Populismus zu durchschauen wissen. In Deutschland sind wir zwar nicht so weit, aber glücklicherweise regiert die Linke hierzulande ja auch noch nicht (zumindest auf Bundesebene).

Weniger schön ist das insgesamte schlechte Abschneiden der liberalen Parteien. Die liberale Fraktion im Europaparlament wird schrumpfen, auch wenn die FDP künftig mehr Abgeordnete nach Straßburg entsenden darf. Ich vermute, dass man hier vielerorts liberaler Wirtschaftspolitik die Schuld an der globalen Krise gibt. Dass gerade jetzt, in Tiefzeiten genau solche Politik notwendig ist, um den sprichwörtlichen Karren aus dem Dreck zu ziehen, wird hierbei leider offensichtlich verkannt. Hier wird vergessen, dass es sicherlich nicht der Liberalismus war, der die Finanzblase hat platzen lassen.

Alles in allem hoffe ich auf das beste, die EU ist heute wichtiger als je zuvor und auch in der Zukunft wird ihr Einfluss vermutlich noch wachsen. Und genau das ist wichtig, um auch künftig gegenüber neuen Großmächten wie China oder Indien europäische Interessen wahren zu können. Niemand würde Deutschland noch ernstnehmen und angemessen beachten, wenn wir nicht das bevölkerungsstärkste Mitgliedsland der Europäischen Union wären. Das Zeitalter der Nationalstaaten ist vorbei, die Zukunft liegt für Deutschland, wie für die anderen Staaten Europas in der EU. Ohne die EU und den Euro als starke und stabile Währung hätte die Finanzkrise uns weitaus stärker getroffen, nicht umsonst wollen an ihr gescheiterte Staaten wie Island nun schleunigst in die EU und den Euroraum. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen dies stärker begreifen und endlich die Bedeutung der EU erkennen. Ein Großteil unserer Gesetze kommt schon heute indirekt aus Brüssel und die Tendenz ist steigend. Erst wenn die Bürgerinnen und Bürger das erkennen, werden sie die EU und die Wahlen zum europäischen Parlament in Zukunft ernster nehmen und als das akzeptieren, was sie sind: Garanten für Frieden und Demokratie in Europa.

Mit europäischem Gruß

Bilgamesch

Zitat der Woche

•1. Juni 2009 • Schreibe einen Kommentar

Hallo Welt!

Wollte nur einmal kurz darauf hinweisen, dass ich von nun an regelmäßig ein mir aktuell untergekommenes Zitat rechts in der Sidebar unterbringen werde. Ich versuche mich daran zu halten, jeden Montag dort ein neues Zitat zu präsentieren.

Die Zitate werden Chatprotokollen oder auch Literatur, Film, Musik oder Fernsehen entnommen.

Es grüßt

Bilgamesch

By the Light of the Northern Star…

•31. Mai 2009 • Schreibe einen Kommentar

…so heißt das neue Album der färöischen Metalband Týr, dem ich den heutigen Artikel widmen möchte. Doch zunächst will ich auf die kürzlich eingebundene Umfrage (siehe Sidebar) hinweisen und hoffe auf rege Teilnahme. Ich werde versuchen, mich in Zukunft beim Schreiben neuer Artikel an ihr zu orientieren.

Aber nun zum „Nordstern“. Seit Freitag ist Týrs neuestes Album auf dem Markt und die ersten Reviews weckten bei mir bereits starkes Interesse. So ist es nicht verwunderlich, dass das Album seit dem gleichen Tag mein eigen ist und ich seither viele Hördurchläufe genossen habe.

Zusammenfassend lässt sich vor allem eines feststellen: By the Light of the Northern Star ist deutlich schneller und eingängiger als jedes Týr-Album zuvor und fügt sich doch nahtlos in ihre Reihe ein. Bereits der Opener „Hold the Heathen Hammer High“ legt ein für Týr-Verhältnisse halsbrecherisches Tempo vor und prägt sich beim ersten Hören bereits ein, was auch völlig untypisch für die Färöer ist. „Tróndur í Gøtu“ knüpft da nahtlos an und ist nur deshalb etwas weniger eingängig, weil es sich dabei um eines der obligatorischen färöisch gesungenen Lieder handelt. Davon sind auch hier zwei enthalten.

Das schnellere Tempo und die verstärkte Eingängigkeit setzen sich auch im späteren Album weiter fort, insbesondere „By the Sword in my Hand“ und „Ride“ fesselten mich beim ersten Hören. Doch dann, nach knapp 44min ist der flotte Spaß auch schon wieder vorbei – hier zeigt sich einer der negativen Aspekte des neuen Albums. Durch den Mangel an langen, episch-vertrackten Liedern und der Geschwindigkeit der vorhandenen ist das Album trotz der 11 Lieder für Týr ganz untypisch kurz ausgefallen.

Letztlich bleibt ein gespaltener Eindruck zurück. Live werden die neuen Lieder sicherlich gut ankommen, gerade dort hatten Týr aufgrund der stark progressiven Natur ihrer Stücke bislang wenig neue Fans gewinnen können, doch ich bin mir unsicher, ob der neue Stil nicht ein Stück weit auch alte Fans abschrecken wird. Mir persönlich ist diese Entwicklung ganz recht, ich bin großer Fan epischen Power Metals und genau in diese Richtung bewegen sich Týr mit dem „Northern Star“ auch – inklusive textlich. Fest steht jedoch, dass Týr schon immer für Abwechslungsreichtum standen und ich bin mir sicher, dass im nächsten Album wieder ein neuer Aspekt der Färöer durchscheint. Allen Fans epischen Viking Power Metals kann ich die neue Týr auf jeden Fall bedenkenlos empfehlen.

Ich verbleibe mit heidnischem Gruß

Bilgamesch

Bilgamesch und der Feuerengel

•28. Mai 2009 • Schreibe einen Kommentar

Hallo Welt!

Wieder einmal geht es um Musik. Seit einigen Tagen ist das neueste Album meiner erfolgversprechendsten musikalischen Neuentdeckung der letzten Zeit auf dem Markt. Selbstverständlich habe ich mir „Fireangel“ von der deutschen Power Metal – Band Mystic Prophecy inzwischen auch zugelegt und ich darf gleich einmal so viel voraussagen: abgesehen von deren 2007er-Scheibe „Satanic Curses“ (siehe Artikel weiter unten) höre ich in den letzten Tagen praktisch nichts anderes.

Die Band um ihren griechischen Sänger und Frontmann Liapakis herum hat ihr hohes Niveau eindeutig halten können, die Lineup-Wechsel der letzten Zeit haben sich keinesfalls negativ ausgewirkt. Fireangel kommt mit viel Power und dennoch eingängigen Melodien und Refrains daher, die bereits beim ersten Anhören zu fesseln wissen. Thrashige und teils gar an Death Metal erinnernde Elemente verleihen den Liedern sehr viel Energie und Aggressivität, ohne dass jedoch die typischen Power Metal – Melodien darunter zu leiden hätten. Wie schon auf Satanic Curses habe ich bislang keinen einzigen Ausfall auf der 46min-Scheibe ausmachen können. Jedes der elf Lieder zeigt den typischen Mystic Prophecy – Stil, die Symbiose aus dem klassischen Power Metal der 80er und der Energie und geballten Kraft jüngerer, extremerer Metalspielarten. Eine wuchtige Produktion lässt das ganze erst richtig zur Geltung bringen. Das macht Mystic Prophecy für mich zu der deutschen Power Metal – Band des 21. Jahrhunderts schlechthin.

Einzig textlich ist man leider noch nicht im neuen Millennium angekommen. Weder sprachlich noch inhaltlich können die klischeelastigen pseudo-satanischen Lyrics überzeugen – zumindest nicht so, wie die Musik das tut. Es wäre übertrieben zu sagen, die Texte seien gänzlich schlecht, das sind sie nicht, doch sie bleiben einfach hinter den packenden Gitarren und Drums zurück. Sänger Lia – oder besser seine markante und für Power Metal – Verhältnisse tiefe Stimme – haben mich inzwischen jedenfalls überzeugt, auch wenn ich mir an manchen Stellen noch ein wenig mehr Kraft und Emotion wünschen würde. Ob da vielleicht auch die Texte eine Rolle spielen?

Fakt ist jedenfalls, dass auch die neue CD Mystic Prophecys auf ganzer Linie Spaß macht. Ob sie ihren Vorgänger schlägt, kann ich noch nicht sagen, da bleibt erst die Langzeitwirkung abzuwarten, doch enttäuschen wird sie niemanden, dem schon Satanic Curses gefallen hatte, da bin ich mir sicher. In diesem Sinne vollste Kaufempfehlung für alle Fans klassischer, wie etwas härterer Klänge.

Es verbleibt mit metallischem Gruß

Bilgamesch

Horst Köhler bleibt Bundespräsident – Bilgamesch gratuliert

•23. Mai 2009 • Schreibe einen Kommentar

Hallo Welt!

Ich möchte hiermit aus aktuellem Anlass einmal die neue Kategorie „Politisches“ in meinem Blog einweihen.

Heute hat die Bundesversammlung Horst Köhler (CDU) in seinem Amt als Bundespräsident bestätigt. Mit genau einer Stimme Mehrheit hat er sich bereits im ersten Wahlgang gegen seine Konkurrenten Gesine Schwan (SPD), Peter Sodann (Die Linke) und Frank Rennicke (NDP) durchgesetzt.

Für mich ein klares und positives Zeichen für das gerade erst angebrochene „Superwahljahr 2009“. Horst Köhler hatte während seiner Amtszeit stets Seriosität und Professionalität gezeigt – er ist und bleibt für mich persönlich der richtige Mann für dieses höchste Bundesamt. Umso mehr freut es mich, dass die Bundesversammlung mit diesem klaren Votum auch den Willen der Bevölkerung widerspiegelt. Nach verschiedenen Umfragen der vergangenen Zeit kann Horst Köhler (je nach Umfrage) 60-72% der Bevölkerung hinter sich wissen. Nur 12-13% konnten sich für Gesine Schwan erwärmen, was vollkommen nachvollziehbar ist. An sich bin ich ja kein Mensch von Äußerlichkeiten, doch für ein rein repräsentatives Amt wie das des Bundespräsidenten ist eine Frau mit einem solchen Mangel an Charisma schlicht ungeeignet. Ihre populistischen Äußerungen im Wahlkampf, der keiner sein durfte, haben weiter offenbart, wie es um die gute Dame steht. Eine großartige Rednerin ist sie auch nicht, wie sich gezeigt hat. Zu wissen, dass diese Frau Schloss Bellevue weiterhin fernbleibt, ist beruhigend. Dass Peter Sodann und der gemeinsame Kandidat von NPD und DVU gnadenlos scheitern würden, war abzusehen, dennoch ist es eine ungeheure Genugtuung, Sodann künftig nicht mehr durch alle Fernsehprogramme flimmern sehen zu müssen. Nachdem sowohl Schauspiel- als auch die kurze Politikkarriere im Eimer sind, müssen wir diesen hirnlosen Populisten nun glücklicherweise nirgends mehr ertragen. Ich wäre mir nicht einmal so sicher gewesen, ob dieser Mann überhaupt die geistigen Fähigkeiten besitzt, ein Gesetz an der rechten Stelle zu unterzeichnen. Mit diesem Kandidaten hat die Linke jedenfalls einmal mehr ihre Unfähigkeit zu seriöser Politik gezeigt, was freilich nicht verwunderlich ist.

Ich freue mich auf eine weitere Amtszeit Köhler und hoffe das beste für die nahende Europawahl. Ich hoffe doch, dass auch meine werten Leser es sich nicht nehmen lassen werden, ihre Macht als Souverän des Staates auszuüben und wählen zu gehen. Das sind wir alle der Demokratie schuldig.

Es verbleibt frohen Mutes

Bilgamesch

Blog-Nekromantie und Widerruf

•22. Mai 2009 • Schreibe einen Kommentar

Hallo Welt!

Ja, mich gibt es noch, auch wenn es den bisherigen Mai über sehr still war auf diesem meinem Blog. Nun aber habe ich neuen Mut gefasst, das „Projekt Blog“ weiterzuführen – oder es zumindest zu versuchen.

Nachdem ich im April von meiner Lektüre des Romans „Unheil“ von Wolfgang Hohlbein berichtet und das Buch für „annehmbar aber nicht außergewöhnlich gut“ befunden hatte, fühle ich mich nun, einige Wochen nach Vollendung der Lektüre dazu verpflichtet, diese Empfehlung zu widerrufen. Was sich bis etwa zur Mitte des Romans noch recht schnell und angenehm hat lesen lassen, verkommt in der zweiten Hälfte nämlich langsam aber sicher zum öden Langweiler. Im Mittelteil nämlich beginnt die Handlung zu stocken, sich ähnelnde Kämpfe und wenig ergiebige Dialoge reihen sich hier aneinander und der Leser wartet vergeblich auf ein sichtliches Fortschreiten der Geschichte. Das ganze wirkt, als habe man krampfhaft versucht, aus einer 300-Seiten-Geschichte einen 600-Seiten-Roman zu schaffen. Die sehr ernüchternde „Auflösung“ (wenn man sie denn als eine solche bezeichnen könnte) vermag den geduldigen Leser dann nicht einmal ausreichend zu entlohnen und die wenig überraschenden „Wendungen“ können einem nicht mehr als ein müdes Lächeln ablocken. Daher nun doch: Finger weg von dem Buch – mit einem älteren/besseren Roman von Hohlbein seid ihr besser bedient. Die frühe Enwor-Reihe kann ich euch da beispielsweise ans Herz legen. Sie mag kein Meisterwerk sein, ist aber sicherlich mit das beste, was Hohlbein in seiner ganzen – sehr effizienten – Schaffenszeit geleistet hat.

An einen neuen Roman habe ich mich bislang nicht gewagt, zu sehr bin ich mit der Lektüre verschiedener Rollenspielbücher beschäftigt. Womöglich wird man hier bald mehr darüber lesen.

Nun aber will ich mir neue Inhalte für meinen Blog überlegen und verbleibe mit dem Versprechen, künftig mehr Artikel zu schreiben.

Bilgamesch

Bilgamesch lauscht satanischen Flüchen

•21. April 2009 • Schreibe einen Kommentar

Hallo Welt!

Nachdem ich mich in den letzten beiden Artikeln der geschätzten Kunst der Literatur zugewandt habe, möchte ich heute nun zu einem anderen künstlerischen Schaffensbereich übergehen: der Musik. Aus aktuellem Anlass möchte ich von meiner neuesten Bandentdeckung im Metalbereich berichten, und die kann sich – soviel vorweg – ziemlich hören lassen.

Seit heute bin ich stolzer Besitzer des aktuellen Albums der deutschen Power Metal – Band „Mystic Prophecy“, welches den verheißungsvollen Titel „Satanic Curses“ trägt. Die Scheibe an sich ist zwar nicht mehr ganz so neu und schon im Jahre 2007 erschienen und doch hat es bis zum heutigen Tage gedauert, bis ich diese eindrucksvolle Band tatsächlich für mich entdeckt habe. Es ist nicht so, dass mir der Name nicht auch schon früher einmal untergekommen wäre, ich kann mich sogar daran erinnern, bereits die Myspace-Seite der Band besucht zu haben, doch erst heute habe ich – nicht zuletzt dank einer Empfehlung auf last.fm – zum ersten Mal genauer hingehört und in „Satanic Curses“ eine wirklich angenehme Metal-Scheibe entdeckt.

Das Album kommt mit zwölf schnellen und harten, stets aber melodischen Titeln daher und konnte mich bereits mit dem Eingangstrack überzeugen. Die Stimme des griechischen Sängers erschien mir zwar im ersten Moment ein wenig schwach, hat sich beim ausgiebigeren Durchhören des Albums aber als stets treffsicher und passend erwiesen. Mystic Prophecy klingen roh und laut – nicht selten sind Thrash-Einflüsse zu spüren – und doch finden sich eingängige Melodien und Refrains, die sich einem regelrecht in den Schädel hämmern und Lust auf mehr machen. Die Platte macht bislang auf ganzer Linie Spaß und ich habe auch noch keinen einzigen Aussetzer ausmachen können. Die Texte klingen nicht sonderlich tiefgründig und folgen dem typisch-satanischen Böse-Klischee, sind aber nicht so peinlich, als dass sie einem den Hörgenuss vermiesen würden.

Es bleibt natürlich abzuwarten, ob sich das Album nicht doch nach einiger Zeit etwas abnutzt, doch momentan bin ich zuversichtlich, mir auch bald die restlichen Scheiben der Band zulegen zu müssen. Selten konnte mich eine Neuentdeckung so schnell und problemlos in seinen Bann ziehen, zuletzt habe ich das bei den musikalisch einigermaßen ähnlich klingenden Iron Savior erlebt, die bis heute eine meiner absoluten Lieblingsbands geblieben sind. Ich bin gespannt, ob Mystic Prophecy ähnliches schaffen können und wie die älteren Alben klingen mögen. Abschließend kann ich jedem Fan von traditionellem und härterem Power Metal „Satanic Curses“ nur ausnahmslos empfehlen.

Ein metallischer Gruß

Bilgamesch